Kinder und Jugendliche
Jedes Kind entwickelt sich anders – auch Zähne und Kiefer.
Früh starten? Die Chancen des Wachstums nutzen
Viele Zahn- und Kieferfehlstellungen lassen sich besonders effektiv behandeln, solange sich Kinder und Jugendliche noch im Wachstum befinden. Deshalb empfehlen wir, Ihr Kind bereits im Grundschulalter in unserer Praxis für Kieferorthopädie vorzustellen. Durch eine frühzeitige Untersuchung können wir Fehlentwicklungen rechtzeitig erkennen und – wenn nötig – gezielt behandeln.
Auch Gewohnheiten im Blick
Nicht nur die Stellung von Zähnen und Kiefern spielt eine Rolle. Auch bestimmte Gewohnheiten können die Entwicklung des Gebisses beeinflussen oder Fehlstellungen verstärken.
Dazu gehören beispielsweise:
- Daumenlutschen
- Schnullergebrauch
- Zungen- und Lippenpressen
- Nägelkauen
- Abweichendes Schluckmuster
- Mundatmung
Im Rahmen der Untersuchung achten wir gezielt auf solche Einflüsse und beraten Sie, wie diese Gewohnheiten erfolgreich verändert werden können. Oft lässt sich dadurch die Entwicklung von Fehlstellungen eindämmen.
Zahnkorrektur im Milchgebiss und während des Zahnwechsels
Bereits im Milchgebiss können bestimmte Situationen eine kieferorthopädische Behandlung erforderlich machen. Milchzähne übernehmen eine wichtige Platzhalterfunktion für die bleibenden Zähne. Gehen sie vorzeitig verloren, kann dies zu Platzmangel und späteren Fehlstellungen führen.
In solchen Fällen kommen häufig sogenannte Lückenhalter zum Einsatz. Diese individuell angefertigten Geräte helfen dabei, den notwendigen Platz für die nachfolgenden bleibenden Zähne zu sichern und spätere Fehlstellungen zu vermeiden.
Während des Zahnwechsels ergeben sich besonders gute Möglichkeiten, das natürliche Wachstum für die Behandlung zu nutzen. Je nach Befund können herausnehmbare oder festsitzende kieferorthopädische Geräte eingesetzt werden, um Zahn- und Kieferfehlstellungen gezielt zu korrigieren.
Frühbehandlung
Eine kieferorthopädische Frühbehandlung kommt meist zwischen dem 6. und 9. Lebensjahr infrage. In dieser Phase wächst der Kiefer noch, wodurch sich bestimmte Fehlstellungen besonders schonend und nachhaltig korrigieren lassen. Unser Ziel ist es, die natürliche Entwicklung von Zähnen und Kiefer positiv zu unterstützen und spätere, aufwendigere Behandlungen zu vermeiden oder zu vereinfachen.
Der Behandlungserfolg hängt dabei maßgeblich von der Mitarbeit der jungen Patientinnen und Patienten ab. Unsere Erfahrung zeigt, dass Kinder sich in einer entspannten Atmosphäre und ohne Druck sehr gut auf die Behandlung einlassen.
Die Hauptbehandlung bei Kindern und Jugendlichen
Für die meisten Zahn- und Kieferfehlstellungen stellt der Beginn des zweiten Zahnwechsels zwischen dem 9. und 11. Lebensjahr den optimalen Zeitpunkt für die eigentliche kieferorthopädische Hauptbehandlung dar.
Die natürlichen Wachstumsvorgänge können in dieser Phase besonders gut genutzt werden, um Zähne und Kiefer in die gewünschte Position zu führen. Je nach Ausgangssituation kommen unterschiedliche Behandlungsmethoden zum Einsatz:
- Herausnehmbare Zahnspangen
- Festsitzende Zahnspangen
- Moderne Bracketsysteme
- Funktionskieferorthopädische Geräte
- Transparente Aligner-Systeme
Durch die individuell abgestimmte Therapie schaffen wir die Grundlage für ein gesundes Gebiss, eine ausgeglichene Kaufunktion und ein harmonisches Lächeln.
Diagnostik und individueller Behandlungsplan
Jede erfolgreiche kieferorthopädische Behandlung beginnt mit einer sorgfältigen Diagnostik. Beim ersten Termin untersuchen wir die Zahn- und Kiefersituation Ihres Kindes ausführlich und besprechen gemeinsam, ob eine Behandlung bereits sinnvoll ist oder zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen sollte.
Für die genaue Behandlungsplanung erstellen wir bei Bedarf diagnostische Unterlagen wie:
- Digitale Fotos
- Kiefermodelle bzw. digitale Scans
- Röntgenaufnahmen
- Analyse von Zahn- und Kieferwachstum
Auf Grundlage dieser Informationen entwickeln wir einen individuellen Behandlungsplan, der auf die Bedürfnisse und das Alter Ihres Kindes abgestimmt ist. Beim anschließenden Beratungstermin besprechen wir den optimalen Behandlungszeitpunkt, die geeigneten Geräte, die voraussichtliche Behandlungsdauer und anfallende Kosten.
Ablauf
auf einen Blick
Diagnostik
Eine präzise Diagnostik bildet die Grundlage für eine erfolgreiche und möglichst effiziente kieferorthopädische Behandlung. Durch moderne Untersuchungsverfahren können wir den Behandlungsbedarf exakt bestimmen und die Therapie optimal planen.
Therapie
Ob klassische Zahnspange, selbstligierende Brackets, zahnfarbene Keramik-Brackets oder nahezu unsichtbare Aligner – wir finden gemeinsam die passende Lösung für die individuellen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen.
Retention
Nach Abschluss der aktiven Behandlung ist die Stabilisierung des Ergebnisses besonders wichtig. Mit herausnehmbaren und/oder festsitzenden Retainern sorgen wir dafür, dass die erreichte Zahnstellung langfristig erhalten bleibt.
Teenager machen das Gros unserer Patienten aus
Die meisten kieferorthopädischen Behandlungen finden während des Jugendalters statt. In dieser Phase können wir das natürliche Wachstum optimal nutzen und gleichzeitig ästhetische Wünsche berücksichtigen.
Mit modernen Behandlungsmethoden, individueller Betreuung und langjähriger Erfahrung begleiten wir Jugendliche auf dem Weg zu einem gesunden Biss und einem selbstbewussten Lächeln.
FAQ – KFO-Behandlung für Teens
Was sollte man über die durchschnittliche Behandlungsdauer wissen?
Die Behandlungsdauer hängt von der Art und Ausprägung der Zahn- oder Kieferfehlstellung ab. In vielen Fällen dauert eine Behandlung zwischen ein und vier Jahren. Eine genaue Einschätzung erhalten Sie nach der Diagnostik.
Können Teenager mit Alignern behandelt werden?
Ja. Transparente Schienen wie die Angel AlignerTM können bei vielen Fehlstellungen auch bei Jugendlichen eingesetzt werden. Voraussetzung ist eine konsequente Mitarbeit, da die Schienen regelmäßig getragen werden müssen.
Ist die aktive Mitarbeit bei der KFO-Therapie immer erforderlich?
Zum einen ist die Mitarbeit bei herausnehmbaren Geräten und Alignern besonders wichtig, da die konsequente Tragezeit entscheidend ist für den Behandlungserfolg! Zum anderen tragen gute Mundhygiene und regelmäßige Kontrolltermine hinsichtlich fester Zahnspangen wesentlich zum guten Ergebnis bei.
Was zahlt die gesetzliche Krankenkasse?
Bei bestimmten Zahn- und Kieferfehlstellungen bezuschussen gesetzliche Krankenkassen die Kosten nach den geltenden Richtlinien (KIG-Richtlinie). Ob eine Bezuschussung möglich ist, prüfen wir individuell.
Was zahlt die private Krankenversicherung?
Die Erstattung hängt vom jeweiligen Tarif und den vereinbarten Leistungen ab. Gerne unterstützen wir Sie bei der Klärung mit Ihrer Versicherung.
Was ist bei einer Zahnzusatzversicherung zu beachten?
Eine Zusatzversicherung muss bereits abgeschlossen sein, bevor überhaupt ein Behandlungsbedarf beim Kieferorthopäden festgestellt wurde. Bereits diagnostizierte Fehlstellungen sind häufig vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Wir empfehlen daher eine frühzeitige Information über die jeweiligen Vertragsbedingungen, noch weit bevor Sie den Fuß in eine kieferorthopädische Praxis setzen. Informationen zu Zusatzversicherungen finden Sie auch in der Waizmanntabelle.