Eine kieferorthopädische Behandlung kann in komplexen Fällen teuer werden – vor allem, wenn es um hochwertige Leistungen wie unsichtbare Zahnspangen oder moderne Zusatzleistungen geht. Genau hier kommt die Zahnzusatzversicherung ins Spiel. Doch wann lohnt sie sich wirklich? Worauf sollten Patienten achten?
Warum ist eine Zusatzversicherung sinnvoll?
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt bei kieferorthopädischen Behandlungen oft nur einen Teil der Kosten – und auch nur unter bestimmten Voraussetzungen, beispielsweise bei Kindern mit einer entsprechenden Zahnfehlstellung (KIG-Einstufung).
Die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich nach den Regelungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs für zahnärztliche Leistungen (BEMA). Dieser ist inhaltlich für den Bereich Kieferorthopädie seit über 20 Jahren unverändert.
Viele moderne Behandlungsmethoden müssen Patienten daher häufig ganz oder teilweise selbst bezahlen. Eine Zusatzversicherung kann hier finanzielle Entlastung bieten.
Wann sollte man eine Zusatzversicherung abschließen?
Der wichtigste Punkt: so früh wie möglich.
Versicherungen greifen in der Regel NICHT, wenn:
- bereits eine Behandlung läuft
- eine Diagnose gestellt wurde
- oder eine Behandlung konkret geplant ist
Das bedeutet: Wer erst über eine Versicherung nachdenkt, wenn der Kieferorthopäde bereits eine Therapie empfohlen hat, kommt meist zu spät.
Tipp: Sie sollten sich bereits früh Gedanken darüber machen – weit vor einer möglichen Behandlung durch einen Kieferorthopäden.
Worauf sollte man bei der Auswahl achten?
Nicht jede Zusatzversicherung ist gleich. Achten Sie besonders auf folgende Punkte:
1. Leistungsumfang
- Werden kieferorthopädische Leistungen für Kinder UND Erwachsene übernommen?
- Gibt es Erstattungen für moderne Methoden (z. B. Aligner)?
2. Erstattungshöhe
- Wie viel Prozent der Kosten werden übernommen?
- Gibt es jährliche oder gesamte Höchstgrenzen?
3. Wartezeiten
- Viele Tarife haben Wartezeiten von mehreren Monaten.
- Einige Anbieter verzichten darauf, aber oft gegen höhere Beiträge.
4. Gesundheitsfragen
- Ehrliche Angaben sind Pflicht – falsche Angaben können zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.
5. Altersgrenzen
- Manche Tarife gelten nur für Kinder oder nur bis zu einem bestimmten Alter.
Gibt es Beratungsmöglichkeiten?
Ja – und sie sind sehr zu empfehlen.
Mögliche Anlaufstellen:
- Unabhängige Versicherungsmakler
- Verbraucherzentralen
- Online-Vergleichsportale
Auch von Ihrem Kieferorthopäden gibt es allgemeine Hinweise, jedoch keine konkreten Tarifempfehlungen. Info finden Sie auch hier: Zur Waizmanntabelle
Welche Tarife gibt es?
Grundsätzlich unterscheiden sich Tarife in:
- Basis-Tarife: Günstig, aber oft mit eingeschränkten Leistungen
- Komfort-Tarife: Gute Abdeckung für viele Leistungen
- Premium-Tarife: Hohe Erstattungen, oft ohne große Einschränkungen
Die Beiträge hängen ab von:
- Eintrittsalter
- Gesundheitszustand
- Leistungsumfang
Ein Vergleich lohnt sich in jedem Fall, da Preis und Leistung stark variieren können.
Eine Zusatzversicherung für kieferorthopädische Behandlungen kann eine sinnvolle Investition sein – besonders für Familien mit Kindern. Entscheidend ist jedoch der richtige Zeitpunkt, sie abzuschließen.
Vergleichen Sie sorgfältig, lassen Sie sich beraten und achten Sie auf die Details im Tarif. Gut informiert sind Sie bereit für den Behandlungsstart.
Unser Hinweis: Dieser Blog-Artikel dient Ihrer allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung bei einer Versicherung.